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DGB-Jugend legt 1. Ausbildungsreport vor PDF Drucken E-Mail

AusbildungsreportDie DGB-Jugend legt Berlin-Brandenburger Ausbildungsreport 2005 vor: Er zeigt, dass nicht nur die Situation am Ausbildungsmarkt dramatisch ist. Auch die Zustände in Berliner und Brandenburger Ausbildungsbetrieben lassen einiges zu wünschen übrig. Deshalb schlägt die DGB-Jugend Alarm. Wir brauchen eine Offensive für mehr Ausbildungsplätze in der Region. Wer nicht ausbildet, muss zahlen! Aber wir brauchen auch eine Offensive für mehr Ausbildungsqualität in Berlin und Brandenburg. Die Rechte von Azubis gehören ins Rampenlicht!

1) Verfestigter Ausbildungsplatzmangel: Der seit 15 Jahren auf der Region lastende Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen hat sich 2005 weiter verschärft. Die duale Ausbildung ist flächendeckend die Ausnahme und droht stellenweise aus dem Berufsbildungsalltag zu verschwinden. Die nochmalige Verschlechterung der SchulabgängerInnen auf eine Ausbildung in der Region dokumentiert das Scheitern des Ausbildungspaktes auch in Berlin-Brandenburg.
2) Rechtloser Normalzustand: Rechtsbrüche und die Vorenthaltung von Rechten werden im Rahmen von Berliner und Brandenburger Ausbildungsverhältnissen zu einer nicht mehr wegzudiskutierenden Normalität. Die signifikante Häufung von Mängeln und Entrechtungserfahrungen in bestimmten Branchen (z.B. KfZHandwerk) deutet auf branchenspezifische Abwärtsspiralen nach dem Prinzip der „worst practice“ hin.

3) Kein bequemer Azubi-Alltag: Die vorliegenden Zahlen belegen eine extreme Ausdifferenzierung innerhalb der Ausbildungsverhältnisse nach der Einhaltung von rechtlichen Standards und der Ausbildungsqualität. Die Differenzierung erfolgt kaum nach regionalen Kriterien oder nach dem Geschlecht der Azubis, sondern bewegt sich viel mehr an Branchengrenzen.

4) Qualitätsdefizite als Hypothek für die regionale Wirtschaft: Die Defizite in der Ausbildungsqualität, die sich insbesondere in der Häufung von ausbildungsfremden Tätigkeiten, dem Fehlen von Unterweisungen durch AusbilderInnen und der Häufigkeit von Überstunden äußert, sind so massiv, dass sie im Kern zur Gefahr für die Zukunft der regionalen Wirtschaft werden.

5) Kumulierte Entrechtung: Ein Rechtsbruch kommt in Berlin-Brandenburger Ausbildungsverhältnissen selten allein. Wo sich ausbildungsfremde Tätigkeiten, unbezahlte Überstunden und Arbeitszeitverstöße häufen, sinken die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen, lassen andere Verstöße nicht lange auf
sich warten und muss von einer niedrigeren Ausbildungsqualität ausgegangen werden.

6) Tarif macht stark: Umgekehrt zeigt sich einmal mehr, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Bindung an geltende Tarifverträge und dem Schutz vor Entrechtung in Ausbildungsverhältnissen. Die Interessenvertretung durch starke Gewerkschaften ist auch für Jugendliche in der Region ein Ausweg aus der alltäglichen Entrechtung.

7) Die Spitze des Eisbergs: Die geschilderten Fallbeispiele von massiven Rechtsbrüchen in Ausbildungsverhältnissen verlieren aus der Perspektive der vorgelegten Statistiken den Charakter von Einzelfällen. Die von der Gewerkschaftsjugend seit langem beklagten Probleme sind flächendeckende Realität.

Den gesamten Report gibt es hier.